Wie laufen Imaginationsübungen mit inneren Bildern ab?

Unser Nervensystem unterscheidet auf der Erlebnisebene kaum, ob wir eine Situation real erleben oder sie uns intensiv vorstellen. Genau diese wunderbare Fähigkeit nutzen wir bei Imaginationsübungen.

Im Gespräch und in einem ruhigen Tempo erarbeiten wir innere Bilder, die für dich mit Sicherheit, Schutz, Wärme oder Kraft verbunden sind. Das kann ein sicherer innerer Ort in der Natur sein oder ein innerer Helfer. Diese Bilder können dir im Alltag als Ressource dienen, auf die du in stressigen Momenten oder bei Gefühlen von Einsamkeit zurückgreifen kannst, um wieder in eine wohlwollende und regulierte Balance zu finden.

Wie fühlt sich eine traumasensible Imaginationsübung an?

Du bestimmst jederzeit das Tempo. Du darfst die Augen offen lassen, den Raum um dich herum wahrnehmen und jederzeit eine Pause machen. Wenn sich ein Bild nicht stimmig anfühlt, darf es sich verändern oder wieder gehen. Manche Menschen sehen klare Bilder, andere spüren eher etwas oder hören einen Klang. Alles davon ist willkommen.

Drei kleine Imaginationsübungen zum Kennenlernen

Der sichere Ort
Stell dir einen Ort vor, an dem du dich wohl und geschützt fühlst. Das kann ein Platz in der Natur sein, den du kennst, oder ein Ort, den du dir ganz neu erschaffst. Schau dich dort in Ruhe um. Welche Farben siehst du? Wie ist die Temperatur? Was spürst du unter deinen Füßen? Du darfst diesen Ort so gestalten, wie es sich für dich stimmig anfühlt.

Der innere Helfer
Vielleicht zeigt sich eine Gestalt, die dir wohlgesonnen ist. Ein Tier, ein weiser Mensch, ein Baum oder einfach ein warmes Licht. Schau, ob es sich für dich stimmig anfühlt, einen Moment in ihrer Nähe zu sein. Was strahlt sie aus? Vielleicht hat sie ein Wort oder eine Geste für dich.

Das Wohlfühllicht
Stell dir vor, ein angenehmes Licht in deiner Lieblingsfarbe berührt sanft deine Schultern. Es darf sich langsam dorthin ausbreiten, wo es dir guttut, und genau dort bleiben, wo es sich angenehm anfühlt. Wenn du magst, lege eine Hand an diese Stelle und spüre einen Moment nach.

Zum Abschluss darfst du dich im Raum umschauen, deine Füße auf dem Boden spüren und ein paar Dinge um dich herum benennen. So kehrst du sanft ins Hier und Jetzt zurück.

Diese Übungen ersetzen keine therapeutische Begleitung. Wenn beim Üben belastende Bilder oder Gefühle auftauchen, darfst du jederzeit aufhören und die Augen öffnen. In meiner Begleitung, vor Ort in Leipzig oder online, erarbeiten wir solche Bilder gemeinsam und in deinem Tempo.